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Die Ursprünge dieser einzigartigen Sportart sind nicht mehr eindeutig zu klären. Die Palette der Entstehungsgeschichten reicht von schwedischen und deutschen Sporttauchern über französische Marinetaucher bis zu dem Spiel mit Kokosnüssen im fernen Kenia.

Die Idee, mit einer spielerischen Mischung aus Schwimmen, Tauchen und Rugby das triste Konditionstraining im Hallenbad attraktiver zu gestalten, gelangte 1961 irgendwie zu den Sporttauchern des DUC Köln. Dort entwickelte man aus dieser Idee ein erstes reglementiertes Spiel nach festen Regeln. Anlässlich der Bundestagung des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) 1963 wurde dieses Spiel erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die eigentliche Geburtsstunde des Unterwasserrugby (UWR) war ein Jahr später. Im Jahr 1964 kam es zum ersten richtigen Spiel zwischen dem DUC Duisburg und der DLRG Mülheim/Ruhr mit geänderten Regeln unter großer Aufmerksamkeit von Presse und Fernsehen.

In der Folgezeit fanden sehr schnell auch andere Vereine gefallen am UWR, so dass 1966 ein erstes Turnier mit sechs Mannschaften in Mülheim/Ruhr ausgetragen werden konnte. Es war der "Kampf um den Goldenen Ball", das älteste Turnier der Welt, das auch heute noch jährlich ausgetragen wird.

Nachdem UWR als Wettkampfsport vom VDST aufgenommen und 1971 die Ligen Nord, Süd und West gebildet wurden, konnte 1972 der erste offizielle Deutsche Meister, der TSC Mülheim, gekürt werden (1971 fand bereits eine inoffizielle Deutsche Meisterschaft statt).

Zwischen 1973 und 1978 machten anfangs die Spieler aus Mülheim, später die 1974 gebildete Nationalmannschaft UWR durch Demonstrationsspiele auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Der Erfolg dieser Demonstrationsspiele war die Aufnahme dieser Sportart in den Wettkampfkanon der Confederation Mondiale des Activités Subaquatique (CMAS) und die Festschreibung internationaler Regeln für diese Sportart. Damit war der Weg frei zu internationalen Meisterschaften, z.B. Welt- und Europameisterschaften. Die erste Europameisterschaft fand 1978 in Schweden statt, Deutschland belegte dort den dritten Platz. Die erste Weltmeisterschaft 1980 in Mülheim gewann Dänemark vor Deutschland und Schweden. Heute werden Welt- und Europameisterschaften abwechselnd jeweils alle vier Jahre ausgerichtet.

In Deutschland sind mittlerweile etwa 200 Mannschaften im VDST organisiert, Hobby- und Hochschulmannschaften nicht mitgezählt. Sie spielen in den verschiedenen Bezirks-, Landes- und Bundesligen (1. und 2. Bundesliga). Die besten Mannschaften der drei 1. Bundesligen (Nord, West, Süd) spielen zum Saisonende in einer Art Play-Off-Runde um den Titel des Deutschen Meisters.

Anfangs führten die Damen wegen der damals vorherrschenden, kraftbetonten Spielweise allerdings eher ein Schattendasein im UWR. Erst mit der Entwicklung zu einem schnellen und technisch wie spielerisch anspruchsvollem Spiel konnten sie sich mehr und mehr durchsetzen. Mit der Zeit fanden immer mehr Frauen gefallen an dem Sport. Fehlende Kraft gleichen sie leicht durch Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Übersicht aus. Seit 1989 spielen auch die Damen in einer eigenen Bundesliga und gehen internationalmit eigenen Mannschaften an den Start.